Der Spiessbčrger

Was heute kaum jemand sein will, war der Stolz eines jeden Bčrgers in einer hochmittelalterlichen Stadt. Was war ein Spiessbčrger? Ein Bčrger mit Spiess. Nichts anderes. Im Klartext waren es Bčrger oder Sassen, die zur Verteidigung ihrer Stadt im Kriegsfall herangezogen wurden. Sie mussten eigene Waffen besitzen, sie pflegen und jederzeit bereit halten. Wurde nun eine Stadt angegriffen und/oder belagert, so musste jeder Bčrger seine Stadt verteidigen.

Bčrger die nicht zum ĎSpiessbčrgerË werden wollten, konnten sich von diesem Dienst loskaufen. Letztere mussten dann einen gewissen Betrag zur Verfčgung stellen. Diese Mittel wurden dann oft zur Anschaffung verschiedener Waffen, bzw. zur Einrichtung eines ĎZeughausesË verwendet. Auch wurden mit den Mitteln ĎhauptberuflicheË Wachen oder Waffenknechte bezahlt.

Im Verteidigungsfall der Stadt war es in vielen StŐdten geregelt, dass die Zčnfte fčr die Verteidigung einzelner Stadtteile und somit Mauerabschnitte zustŐndig waren. Hier machte man sich die bereits bestehende Organisation/Hierarchie der Zčnfte zu Nutzen. In Friedenszeiten musste man beim Bau der Stadtmauer mithelfen.

 

Eine neue Zeit brach an

Wohl nicht die Einfčhrung des Schiesspulvers in spŐteren Jahren war der Beginn vom Ende des Ritterstandes, vielmehr das Entstehen und Erstarken der StŐdte, vorwiegend im 13. Jahrhundert. Nicht selten standen Adelsgeschlechter mit StŐdten in Fehde, bis die Macht der StŐdte so grož wurde das ein ĎRitterË keine Bedrohung mehr darstellte. So manche Burg wurde durch ein Aufgebot verbčndeter StŐdte geschleift. Friede und Sicherheit waren die Voraussetzung fčr das Erblčhen von Handel, Handwerk und Gewerbe. Die Reichssatzung čber den Landfrieden, die Kaiser Friedrich 1152 erliež, half nicht viel gegen das nach wie vor geltende Faustrecht. Rauben und Plčndern wŐhrend einer Fehde war nichts Verwerfliches. Das Recht des StŐrkeren galt einmal mehr. Die Kirche konnte sich oft nicht durchsetzen und so waren es die Bčrger selbst, die ihr Schicksal in die Hand nehmen mussten. So war die logische Konsequenz fčr die StŐdte die Umsetzung einer Gemeinschaftsordnung, ihrer Selbstverwaltung, die eigene Gerichtsbarkeit, und um dies alles zu schčtzen, ihre Wehrhaftigkeit.